28.04.2026 23:22:03 - dpa-AFX: ROUNDUP: Muschel-Drohung gegen Trump? Neue Anklage gegen Ex-FBI-Chef

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der frühere FBI-Chef James Comey ist wegen eines
Instagram-Posts mit zu vier Zahlen zusammengelegten Muscheln am Strand angeklagt
worden. Ihm wird vorgeworfen, damit wissentlich eine Morddrohung gegen Präsident
Donald Trump verbreitet zu haben.

Comey hatte im Mai 2025 ein Bild von Muscheln auf Instagram hochgeladen, die die Zahlen "86 47" zeigten. Trump, der 47. Präsident der USA, und dessen
Unterstützer interpretierten dies als Aufruf zum Attentat. Comey bestritt, dass
es sich um einen Gewaltaufruf gehandelt habe.

Dem ehemaligen FBI-Direktor drohe bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, sagte der amtierende Justizminister Todd Blanche bei einer
Pressekonferenz. Er machte auf Nachfragen keine Angaben dazu, wie die Ankläger
beweisen wollen, dass Comey böswillige Absichten gehabt habe - und warum die
Ermittlungen fast ein Jahr andauerten.

Comey bestritt Gewaltdrohung

Dem Wörterbuch Merriam-Webster zufolge handelt es sich bei "86" um einen
veralteten Ausdruck, der unter anderem "abweisen" oder "entfernen" bedeutet. Der
Anklage zufolge steht die Zahl in Kombination mit der "47" für eine ernst
gemeinte Absicht, Trump Schaden zuzufügen.

Comey löschte den Post und schrieb später auf Instagram, er habe in der
Muschelformation eine politische Botschaft gesehen. Dass er damit zu Gewalt
gegen Trump aufrufen wollte, wies er zurück. "Mir war nicht bewusst, dass manche
Leute diese Zahlen mit Gewalt assoziieren", schrieb er.

Zweiter Anlauf gegen Comey

Es ist das zweite Mal, dass die Trump-Regierung eine Klage gegen Comey
anstrebt. Im November hatte ein Bundesgericht Anklage gegen den Kritiker von
Präsident Trump mit anderen Vorwürfen abgewiesen. Das Gericht begründete dies in
seiner Entscheidung damit, dass die mit dem Verfahren befasste Staatsanwältin
durch das US-Justizministerium nicht hätte ernannt werden dürfen.

Trump hatte Comey in seiner ersten Amtszeit im Zusammenhang mit den
Ermittlungen zu russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 gefeuert. Das
FBI hatte damals mögliche Verbindungen zwischen Moskau und Mitgliedern aus
Trumps Wahlkampfteam untersucht./so/DP/he

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