28.04.2026 23:15:04 - dpa-AFX: Warken verteidigt geplantes Sparpaket
BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat die noch mit
einigen Änderungen geplanten Milliarden-Einsparungen zur Entlastung der
gesetzlichen Krankenkassen verteidigt. "Wir meinen, ein sehr ausgewogenes Paket
vorgelegt zu haben", sagte die CDU-Politikerin im "heute journal" des ZDF. An
den vorgesehenen Einsparungen sollten sich mit Klinken, Ärzten, Pharmabranche
und auch den Versicherten alle beteiligen.
"Wir haben ein Milliardenloch in der gesetzlichen Krankenversicherung, und
wenn wir das jetzt nicht schließen und wenn wir nichts gegen die steigenden
Beiträge tun, dann haben alle höhere Belastungen", sagte Warken. Sie hob hervor,
dass auch eine stärkere Steuerfinanzierung der Gesundheitskosten von
Bürgergeldbeziehern aus dem Haushalt kommen solle. "Natürlich wäre mehr
wünschenswert gewesen, aber wir haben jetzt einen Einstieg gefunden."
Sparbeitrag für den Bundeshaushalt
Zu andererseits geplanten Kürzungen des regulären Bundeszuschusses sagte
Warken, dies sei ein Sparbeitrag, den alle Ministerien zur Stabilisierung des
Haushalts bringen müssten. "Gewünscht hätten wir uns alle sicherlich eine
bessere Situation und mehr Spielräume." Aber ihr sei es auch wichtig, einen
stabilen Haushalt zu haben, um auch da die Bürger nicht weiter zu belasten.
Der Gesetzentwurf, an dem noch an kleineren Punkten gearbeitet werden
sollte, soll an diesem Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. Sie
sei sehr zuversichtlich, rechtzeitig fertig zu sein und dann auch einen
Kabinettsbeschluss zu dem Entwurf zu bekommen, sagte Warken.
Kleineres Sparziel für nächstes Jahr
Angepeilt wird ein Einsparvolumen für 2027 von 16,3 Milliarden Euro. Das ist
weiter mehr als das erwartete Defizit bei den Kassen von 15,3 Milliarden Euro.
Zunächst hatte Warken Einsparungen von 19,6 Milliarden Euro vorgesehen.
Für die Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehern, die generell gesetzlich
versichert sind, soll es mehr Steuermittel aus dem Haushalt geben - zunächst 250
Millionen Euro für 2027, die in den Folgejahren aufwachsen. Zugleich soll laut
Entwurf aber der reguläre Bundeszuschuss an die Kassen von jährlich 14,5
Milliarden Euro gekürzt werden - von 2027 bis 2030 auf je 12,5 Milliarden
Euro./sam/DP/he