28.04.2026 23:14:47 - dpa-AFX: SPORT: Großes Bayern-Comeback im Neun-Tore-Spektakel gegen PSG

PARIS (dpa-AFX) - In einem atemberaubenden Fußball-Spektakel hat der FC
Bayern München die erste Runde im Giganten-Duell mit Paris Saint-Germain
verloren - aber ein großes Comeback hingelegt. Der gesperrte Trainer Vincent
Kompany erlebte im Halbfinal-Hinspiel hoch oben auf der Tribüne des brodelnden
Prinzenparks ein irres 4:5 (2:3) des deutschen Meisters gegen den
Champions-League-Titelverteidiger. Dabei lagen die Münchner nach 58 Minuten mit
2:5 zurück.

Im Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch kommender Woche müssen die Bayern in der
heimischen Allianz Arena trotzdem ganz groß aufspielen, um den Titelverteidiger
zu entthronen. Dann darf auch Kompany wieder unten am Spielfeldrand stehen. Das
Finale am 30. Mai in Budapest ist für die mit großer Moral auftretenden Münchner
Triple-Jäger weiter in Reichweite.

Upamecano und Díaz schlagen zurück

Es war ein monumentales Fußballspiel, das auf dem Platz geboten wurde. Rauf
und runter ging es - ohne Ruhemomente. Zweikämpfe, Dribblings, Elfmeter - und
Tore, Tore, Tore. Harry Kane verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0 (17.
Minute). Michael Olise glich zum 2:2 aus (41.). Und dann schlugen Dayot
Upamecano (65.) und nochmals Díaz (68.) zu, als die Bayern bereits K.o schienen.

Das PSG-Ensemble zeigte fast ein halbes Jahr nach dem 1:2 gegen die Münchner in der Ligaphase diesmal seine ganze Offensiv-Klasse und jubelte gleich fünfmal
durch den herausragenden Georgier Chwitscha Kwarazchelia (24./56.), einen
Kopfballtreffer des nur 1,74 Meter großen Mittelfeldspielers Joao Neves (33.)
sowie einen nach VAR-Überprüfung gegebenen Handelfmeter von Ousmane Dembélé
(45.+5).

Der Weltfußballer und ehemalige Dortmunder traf in der 58. Minute auch noch
ein weiteres Mal zum 5:2-Zwischenstand. Beide Teams hätten in dem rasanten
Schlagabtausch mit höchster Geschwindigkeit sogar noch mehr Tore schießen
können. Die Offensivreihen dominierten die Abwehrreihen inklusive der beiden
Torhüter.

Wechselbad der Gefühle für Kompany auf der Tribüne

Bis zur Ankunft im Stadion waren die Abläufe des Bayern-Trosses wie immer
gewesen. Kompany hielt auch noch die Abschlussbesprechung im Teamhotel, bevor er
im Prinzenpark von seinem Team getrennt wurde. Sein Zuschauerplatz im 50.
Saison-Pflichtspiel des deutschen Meisters war oben auf der Tribüne an einem
Tisch. Der Belgier durchlief ein Wechselbad der Gefühle.

"Vincent ist mit dem Herzen dabei - und wir spielen natürlich auch für ihn", hatte Kapitän Manuel Neuer nach der Ankunft im Parc des Princes bei Prime Video
gesagt. Das lautstarke Kommando am Spielfeldrand übernahm derweil Kompanys
erster Assistent Aaron Danks.

"Danksy hat schon Erfahrung. Ich habe 100 Prozent Vertrauen in unseren
Staff", hatte Kompany gesagt. Verkleidet hatte sich der 42-jährige Engländer
nicht, er trug keinen feinen Anzug, sondern stand im Trainingsanzug in der
Coaching Zone.

Davies statt Laimer in der Startelf

Aufstellung, Taktik, Marschroute lagen ohnehin weitgehend auf der Hand.
Wobei die Münchner Startelf eine Überraschung beinhaltete: Der extrem schnelle
Alphonso Davies verteidigte links anstelle von Konrad Laimer. Dem Kanadier
unterlief das unglückliche Handspiel, das zum Elfmeter führte.

Als Münchner Blaupause galt das nach einer Roten Karte für Doppeltorschütze
Luis Díaz in Unterzahl erkämpfte 2:1 in der Ligaphase Anfang November. Mutig
sein, aktiv sein, widerstandsfähig sein - darum ging es erneut in Paris.

"Wir kämpfen um den Titel, den PSG letztes Jahr erreicht hat", hatte Kompany bei der Pressekonferenz am Vorabend zur Zielsetzung gesagt. Und Paris gelang der
Königsklassen-Triumph 2025 bekanntlich in München - mit einem 5:0 gegen Inter
Mailand, das wiederum die Bayern im Viertelfinale bezwungen hatte.

"Bei PSG ist es wie ein Sturm, der auf einen zukommt"

"Bei PSG ist es wie ein Sturm, der auf einen zukommt", hatte Kompany
angesichts der Pariser Offensiv-Asse um Dembélé, den jungen Desiré Doué und
Kwarazchelia gemahnt. Er sollte Recht behalten. Die PSG-Stars waren kaum zu
stoppen. Fast wäre Senny Mayulu (87.) noch das 6:4 gelungen, als er den Ball an
die Latte drosch.

Aber auch die Bayern-Offensive lieferte. Der starke Díaz traf wieder
doppelt, Olise zeigte großartige Dribblings und traf wunderbar. Einmal landete
der Ball nach einem tollen Solo des Franzosen am Pfosten. Und auch Kane traf -
eiskalt vom Punkt. Alle Fußballfans dürfen sich auf ein großes Rückspiel
freuen./kbe/DP/he

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