19.04.2026 10:53:35 - dpa-AFX: Bericht: Israel teilt Südlibanon in drei Zonen auf
TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Die israelische Armee hat den weiter von ihr
kontrollierten Südlibanon laut einem Medienbericht nach der Waffenruhe in drei
Abschnitte unterteilt, in denen sie aktiv ist. Die sogenannte rote Linie
bezeichne die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen
Grenze, berichtete die israelische Zeitung "Jediot Achronot". Dort seien die
meisten Gebäude bereits zerstört, in dem Gebiet hielten sich keine Kämpfer der
libanesischen Hisbollah-Miliz mehr auf, in einigen Orten hätten israelische
Bodentruppen fest Stellungen bezogen. Die Armee äußerte sich auf Anfrage
zunächst nicht zu dem Bericht.
Bodentruppen in bis zu zehn Kilometer breiter Zone
Die "gelbe Linie" - nach dem Modell des auch nach einer Waffenruhe weiter
zur Hälfte von Israel besetzten Gazastreifens - verlaufe in sechs bis zehn
Kilometer entfernt von der Grenze, berichtete das Blatt. In dieser Zone, in der
Dutzende von Dörfern liegen, solle Beschuss von Orten im Norden Israels
unterbunden werden, hauptsächlich durch Raketen. In dieser Zone seien
israelische Bodentruppen noch im Einsatz, es gebe etwa im Bereich der
Hisbollah-Hochburg Bint Dschubail auch noch vereinzelt Kämpfe.
Die dritte Linie reiche bis zum Litani-Fluss, der in etwa 30 Kilometer
Entfernung von der Grenze reicht. In dem Bereich wolle die Armee ihre Kontrolle
vor allem durch "Feuerkraft und Beobachtungsposten durchsetzen".
Netanjahu kündigte Pufferzone an
Bei Verkündung der zehntägigen Waffenruhe am Donnerstag hatte der
israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesagt, die israelische Armee
solle derweil in einer "verstärkten Sicherheitszone" im Südlibanon bleiben.
Diese reiche vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze und sei etwa zehn Kilometer
breit. Dies diene dem Schutz der Ortschaften im Norden Israels vor
Hisbollah-Angriffen.
Im Libanon herrscht die Sorge vor einer dauerhaften Besatzung des Südens.
Bereits nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 hatte Israel im Süden des Libanons
eine sogenannte "Sicherheitszone" eingerichtet. Erst 2000 zogen sich die letzten
israelischen Soldaten nach fortwährenden Verlusten aus dem Gebiet zurück. Der
Einmarsch 1982 und die anschließende Besatzung, die auch darauf abzielten, den
Beschuss Nordisraels zu unterbinden, trugen wesentlich zur Entstehung der
Hisbollah bei./raf/DP/zb