19.04.2026 10:11:03 - dpa-AFX: VERMISCHTES: Die 8 besten 'Tatort'-Krimis - laut Grimme-Preis

MARL (dpa-AFX) - Der Grimme-Preis, benannt nach Adolf Grimme (1889-1963),
dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, ist einer der
wichtigsten Medienpreise der Republik, wenn nicht sogar die renommierteste
Auszeichnung fürs Fernsehen. Gestiftet wird sie vom Volkshochschulverband.

Die diesjährige Gala zur Grimme-Preisverleihung ist am Freitag (24.4.) in
Marl. In diesem Jahr wird nach Jahren auch mal wieder ein Film aus Deutschlands
populärster TV-Reihe ausgezeichnet - ein "Tatort". Das ist noch nicht so oft
passiert. Genau genommen: acht Mal erst. Und diese Krimis waren es:

2026: "Tatort: Dunkelheit" (HR)

Der Gegensatz zum verspielten Vorgänger-Team (Margarita Broich und Wolfram
Koch) konnte am 5. Oktober 2025 kaum extremer sein beim neuen Frankfurter
"Tatort": Kommissar Hamza Kulina (Edin Hasanovi?) wird nach einer Fehlleistung
zur ernsten Maryam Azadi (Melika Foroutan) versetzt, die in einem dunklen Keller
gewissenhaft Altfällen nachgeht.

Der Hessische Rundfunk setzt jetzt auf Cold-Case-Krimis und auch den
migrantischen Hintergrund des neuen Teams. Mit der deutsch-iranischen
Schauspielerin Foroutan und dem deutsch-bosnischen Schauspieler Hasanovi? hat
der Sender sein Aushängeschild hervorragend besetzt.

In dem ausgezeichneten Krimi "Dunkelheit" macht eine Frau beim Ausmisten der Garage ihres gestorbenen Vaters eine grausige Entdeckung. Das Team Azafi/Kulina
begibt sich auf die Spuren eines Serienkillers, der als "Main-Ripper" jahrelang
Angst und Schrecken verbreitete.

Kulina sieht sich mit einem eigenen Trauma konfrontiert: Er verlor 1995 beim Massaker von Srebrenica seinen Bruder. Die Autoren Senad Halilba?i?, Erol
Yesilkaya und Stefan Schaller (letzterer auch Regisseur) schufen einen
überdurchschnittlichen "Tatort" - einen Thriller, der länger nachhallt.

2015: "Tatort: Im Schmerz geboren" (HR)

Ebenfalls vom Hessischen Rundfunk kam der vor elf Jahren ausgezeichnete
Kunstfilm "Im Schmerz geboren" (Drehbuch: Michael Proehl; Regie: Florian
Schwarz). Der am 12. Oktober 2014 erstmals ausgestrahlte Krimi mit Ulrich Tukur
als Wiesbadener LKA-Ermittler Felix Murot faszinierte viele mit "Spiel mir das
Lied vom Tod"-Zitaten, opulenter Filmmusik (Beethoven, Brahms, "Jules et
Jim"-Filmmusik von Georges Delerue), aber auch spektakulär vielen Leichen.

2014: "Tatort: Angezählt" (ORF)

In diesem österreichischen Krimi (TV-Premiere am 15. September 2013) drückt
Major Bibi Fellner, Kollegin von Oberstleutnant Moritz Eisner (Harald
Krassnitzer), eine anonyme Nummer weg. Sie ahnt nicht, dass es der letzte
Hilferuf einer früheren Zeugin war, der sie mal Schutz versprochen hatte. Der
Fall führt in den Sumpf des Wiener Rotlichtmilieus mit Elendsprostitution.
Fellner (Adele Neuhauser) gerät selbst in das Fadenkreuz eines Killers. Regie
führte Sabine Derflinger nach einem Drehbuch von Martin Ambrosch ("Wiener
Blut").

2011: "Tatort: Nie wieder frei sein" (BR)

Dieser komplexe Sozial-Krimi und Justiz-Thriller mit sensationellem Ende
(Drehbuch: Dinah Marte Golch; Regie: Christian Zübert) faszinierte bei seiner
Erstausstrahlung am 19. Dezember 2010 viele Zuschauer. Für Melanie Bauer (Anna
Maria Sturm) bricht die Welt zusammen, als der Mann, der sie vergewaltigt und
fast umgebracht hat, vor Gericht straffrei ausgeht, und zwar nur, weil eine
Anwältin (Lisa Wagner) spitzfindig vorgegangen ist. Die folgenden Ereignisse
entsetzen nicht nur die Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo
Wachtveitl), sondern lassen am Ende einige Menschen "nie wieder frei sein".

2005: "Tatort: Herzversagen" (HR)

Vom Hessischen Rundfunk wiederum kam der vor 21 Jahren ausgezeichnete Fall
"Herzversagen" (Regie: Thomas Freundner; Drehbuch: Freundner mit Stephan Falk).
Darin wird eine Frau ermordet in ihrer Wohnung gefunden. Ihr Erspartes ist
verschwunden. Die Kommissare Charlotte Sänger und Fritz Dellwo (Andrea Sawatzki
und Jörg Schüttauf) stoßen bei ihren Recherchen auf eine Serie rätselhafter
Todesfälle älterer Damen, die alle angeblich an Herzversagen starben. Alle haben
kurz vor ihrem Tod ihre Ersparnisse von der Bank geholt.

2002: "Tatort: Im freien Fall" (BR)

Der Film (Erstausstrahlung am 4. November 2001) ist Kunstfälscher-Krimi,
Gewissens-Drama und Liebesfilm in einem. Kommissar Franz Leitmayr (Udo
Wachtveitl) fiel hier völlig aus seiner Rolle. Der Ermittler verliebt sich und
taumelt durch ein märchenhaft ausgeleuchtetes München, bevor die Realität ihn
wieder einholt. Der Drehbuchautor Alexander Adolph bekam besonders viel Lob für
seine vielschichtige Arbeit. Regie führte Jobst Oetzmann.

1993: "Tatort: Kinderspiel" (ORF)

In dem Wien-Krimi (TV-Premiere am 16. August 1992) erschüttert eine Serie
von Raubüberfällen die Stadt. Eine Bande nicht strafmündiger Kinder terrorisiert
ältere Frauen. Inspektorin Susanne Kern (Sylvia Haider) wird bei einem Einsatz
im Prater von einem der Jungen mit einer Spritze attackiert. Die Inspektoren
Fichtl und Hollocher (Michael Janisch und Michael Bukowsky) versuchen die
Drahtzieher hinter den organisierten Kinderbanden zu finden. Regie führte Oliver
Hirschbiegel ("Der Untergang") nach einem Drehbuch von Peter Zingler.

1989: "Tatort: Moltke" (WDR)

In diesem Krimi, der am 28. Dezember 1988 seine TV-Premiere hatte, hat
Dieter Bohlen eine Gastrolle und singt auch seinen Blue-System-Song "Silent
Water".

Der Krimi mit Götz George als Horst Schimanski und Eberhard Feik als
Christian Thanner (Drehbuch: Axel Götz, Jan Hinter, Thomas Wesskamp; Regie: Hajo
Gies) dreht sich um einen lange zurückliegenden Bankraub. 1978 wurde dabei einer
der Täter schwer verletzt und vom Anführer der Bande in der Bank exekutiert.

Es war das erste Mal, dass die zum ARD-Programm gehörende Krimireihe
"Tatort" als "preiswürdig erachtet wurde", wie es die Nachrichtenagentur dpa
1989 formulierte. Den "Tatort" gibt es seit 1970, den Grimme-Preis seit
1964./gth/DP/zb

© 2000-2026 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2026 Infront Financial Technology GmbH