06.04.2026 08:56:43 - dpa-AFX: Trump droht dem Iran: Ölpreise klettern weiter - Brent kostet 110 Dollar

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen
von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet.
Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg zum
Auftakt der sechsten Handelswoche nach dem Beginn des Iran-Kriegs um bis zu 2,6
Prozent auf 112 US-Dollar je Barrel (159 Liter).

Am Vormittag lag der Preis mit rund 110 Dollar wieder etwas darunter, aber
immer noch ein Prozent über dem Niveau von Ende vergangener Woche. Seit dem
Start der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschläge
verteuerte sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um 38 Dollar oder etwas
mehr als 50 Prozent.

Trump hatte der iranischen Führung zuvor erneut mit heftigen Angriffen
gedroht, sollte sie bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ
am Mittwoch) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an
Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben.
Doch die Drohungen werden schärfer.

"Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und
keine Brücke stehen", sagte Trump dem "Wall Street Journal". Auf seiner
Plattform Truth Social hatte der Präsident seiner Forderung an den Iran auch mit
Beleidigungen Nachdruck verliehen. "Öffnet die verdammte Straße (von Hormus),
ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er in
einem Post am Ostersonntag.

Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells Opec+ zeigen sich derweil tief besorgt
über iranische Angriffe auf die Energie-Infrastruktur. Die Wiederherstellung
beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die
allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder.
Entscheidend für die Versorgung sei auch der Schutz internationaler Seewege, so
das Bündnis mit Blick auf die weitgehende Blockade der Straße von Hormus.

Zugleich drehen die acht Länder - zu ihnen gehören vom Iran-Krieg besonders
betroffene Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten
Arabischen Emirate - den Ölhahn etwas auf. Die Tagesproduktion könne im Mai um
206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert werden, hieß es./jcf/DP/zb

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