06.02.2026 20:43:20 - dpa-AFX: ROUNDUP 4: Betrieb am BER läuft wieder - Verspätungen und Ausfälle

(Aktualisierung: weitere Angaben vom Flughafen)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist nach einer wetterbedingten Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Bis zum Abend kam es
aber weiterhin zu Ausfällen und mehrstündigen Verspätungen, wie eine Sprecherin
mitteilte. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschränkt, sagte sie.
"Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu
Flugstreichungen und massiven Verspätungen."

Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich
länger als sonst üblich, erklärte die Sprecherin. Dadurch könnten weniger
Flugzeuge starten als an einem regulären Tag. Bis zum Abend haben nach ihren
Angaben die Airlines etwas Dreiviertel der für heute geplanten rund 500 Starts
und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen.

Der Betrieb am BER war am Mittag wieder angelaufen. Offiziell wurde der
Flugbetrieb der Sprecherin zufolge um 12.00 Uhr freigegeben. Gegen 13.00 Uhr
startete das erste Flugzeug in Richtung Amsterdam. Schritt für Schritt werde
derzeit der Betrieb hochgefahren, sagte sie weiter.

Betrieb am Donnerstagabend eingestellt

Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend
keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der
Betrieb zunächst eingestellt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft habe
die Flugbetriebsflächen die gesamte Nacht über mit Enteisungsmittel behandelt,
aber ohne Erfolg, sie seien spiegelglatt, hieß es am Morgen.

Hunderte Reisende harrten über Stunden am BER aus, einige mussten die Nacht
dort verbringen. An den Check-in-Schaltern kam es am Freitag zu langen
Wartezeiten. Viele betroffene Passagiere äußerten sich frustriert über mangelnde
Informationen seitens der Fluggesellschaften. Allein am Freitag wurden bis zum
Nachmittag den Fluganzeigen zufolge mehr als 100 Flüge gestrichen.

Betreiber und Passagiere müssen zudem hoffen, dass es am Abend und in der
Nacht nicht erneut zu Blitzeis auf den Start- und Landebahnen kommt. In diesem
Fall müsste der Flugbetrieb erneut eingestellt werden, sagte eine Sprecherin.

Gewerkschaft kritisiert Ausmaß der Einschränkungen

Die Gewerkschaft Verdi hob hervor, die interne Krisenkommunikation mit den
Beschäftigten habe funktioniert. Diese hätten im Kontakt mit den Passagieren
"das Bestmögliche geleistet". Gleichwohl kritisierte die Arbeitnehmervertretung
das Ausmaß der Schließung am BER. Dieses sei vermeidbar gewesen. "Entscheidend
ist dabei die unzureichende Vorbereitung und Resilienz", teilte der
Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, Dennis Dacke, mit.

"Weltweit gibt es zahlreiche Flughäfen, die regelmäßig mit vergleichbaren
Wetterlagen umgehen müssen, in Europa etwa in den skandinavischen Ländern",
betonte er. Technisch stünden dafür etablierte Verfahren zur Verfügung.

Verband: Sicherheit hat Priorität

Der Flughafenverband ADV betonte: "Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn
diese nicht mehr gewährleistet werden kann, ist eine temporäre Einstellung des
Flugbetriebs trotz aller Vorsorgemaßnahmen unvermeidbar." Eisregen zähle zu den
wenigen meteorologischen Ereignissen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und
Räumverfahren an ihre Grenzen stießen.

Generell sei es jedoch so, dass extreme Wetterereignisse an Bedeutung
gewännen und Flughäfen weltweit vor neue Herausforderungen stellten. "Daher ist
es sinnvoll, bestehende Konzepte regelmäßig zu überprüfen und weiterzuentwickeln
- etwa im Hinblick auf Technik, Prozesse und Entscheidungswege", teilte der ADV
mit.

Die witterungsbedingte Einstellung des Flugbetriebs kann laut ADV zu
erheblichen finanziellen Einbußen führen. Die genaue Schadenshöhe hänge aber
stark von Dauer und Umfang des Ausfalls ab und lasse sich erst im Nachgang
belastbar beziffern, wie es weiter hieß./maa/DP/he

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