23.01.2026 18:38:08 - dpa-AFX: ROUNDUP 2: 'Monstersturm' zieht auf - Millionen in den USA gewarnt

(Neu: Details zu Washington D.C., mehr Trump)

WASHINGTON/NEW YORK (dpa-AFX) - Millionen US-Amerikaner könnten am
Wochenende von einem der schwersten Winterstürme der USA in den vergangenen
Jahren heimgesucht werden. Die US-Hauptstadt Washington und zahlreiche
Bundesstaaten riefen vorsorglich den Notstand aus.

Die Maßnahme gelte ganz oder teilweise für New York, Texas, Georgia, South
Carolina, North Carolina, Virginia, Maryland, Louisiana, Arkansas, Tennessee,
Alabama, Mississippi und Missouri, wie die Gouverneure der jeweiligen
Bundesstaaten mitteilten.

"Das ist eine gefährliche Kombination aus viel Schnee und extrem niedrigen
Temperaturen", sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Mit der Ausrufung des
Notstands können die US-Bundesstaaten - falls notwendig - deutlich schneller
Hilfsgelder und Personal mobilisieren.

Begleitet von heftigen Schneefällen und eisigen Winden werde sich der
herannahende Sturm über eine Entfernung von rund 3.000 Kilometern von New Mexico
im Südwesten aus über das Wochenende bis nach Maine im Nordosten ausbreiten,
warnte der Wetterdienst. Medien sprachen von einem "Monstersturm".

Flugausfälle

Fluggesellschaften hätten vorsorglich bereits Verbindungen abgesagt, hieß es in Medienberichten. Airlines wie United und Delta boten ihren Passagieren an,
ihre Reise umzubuchen oder zu einem anderen Zeitpunkt anzutreten. Der TV-Sender
ABC News berichtete, mehr als 1.600 Flüge innerhalb der USA, in die USA oder aus
den USA, die für Samstag geplant waren, seien gestrichen worden. Die Flughäfen
im texanischen Dallas seien besonders betroffen.

Auch die Lufthansa hat für Samstag zahlreiche Flüge von und nach Nordamerika gestrichen. Am Sonntag sind nach Angaben einer Sprecherin noch Verbindungen nach
Washington, New York, Boston, Philadelphia und Charlotte betroffen. An
zahlreichen weiteren Flughäfen im Westen, Süden und Norden des Kontinents sei am
Sonntag nur noch mit vereinzelten Verspätungen zu rechnen. Die betroffenen
Fluggäste würden über die Ausfälle und alternative Reisemöglichkeiten
informiert.

Stromausfälle und Taschenlampen

Befürchtet wird auch, dass es zu massiven Stromausfällen in US-Städten und
Regionen kommt, etwa durch umknickende Bäume oder weil die oberirdischen
Leitungen durch das Gewicht von Blitzeis brechen könnten.

Für rund 160 Millionen Einwohner gelten Wetterwarnungen oder besondere
Hinweise. Die Behörden riefen die Menschen auf, ihre Wohnungen möglichst nicht
zu verlassen und das Auto stehenzulassen. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul
warnte, die erwartete Kälte könne "absolut tödlich" sein. In Teilen von
Minnesota und North Dakota könnten die Temperaturen laut Wetterdienst auf minus
45 Grad Celsius (minus 50 Grad Fahrenheit) fallen.

In der US-Hauptstadt Washington im Osten der USA wurde die Nationalgarde um
Geländefahrzeuge angefragt, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Es wird mit
Einschränkungen im Nahverkehr gerechnet. Der Betreiber der U-Bahn in der
Hauptstadt schließt nicht aus, dass es durch das Eis zu Schienenbrüchen kommen
könnte.

Die Stadt rief auf, dass man Taschenlampen bereitlegen sollte, für den Fall, dass es zu Stromausfällen komme. Auf einer Pressekonferenz von öffentlichen
Vertretern wurde auch empfohlen, Handys aufzuladen. Bewohner der Stadt müssen
zudem ihre Autos - falls diese dort geparkt sind - von bestimmten Notstraßen
wegfahren. Das gilt von Samstagmittag bis Dienstag.

Trump ätzt gegen Klimaexperten

US-Präsident Donald Trump ätzte angesichts die Wettervorhersage zu Unrecht
gegen Klimaexperten. "Könnten die Umweltaktivisten bitte erklären - WAS IST
EIGENTLICH AUS DER GLOBALEN ERWÄRMUNG GEWORDEN???", schrieb der Republikaner auf
der Plattform Truth Social. Klimawandel bedeutet allerdings keineswegs, dass es
keine Kälteeinbrüche oder Winterstürme mehr gibt, sondern, dass die Temperaturen
im langfristigen Mittel zunehmen. Im Zuge des Klimawandels steigt Experten
zufolge zudem die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen. Dazu
zählen auch Stürme und heftiger Niederschlag.

Trump zweifelt immer wieder die Existenz des Klimawandels an. Der
Republikaner sprach vor Monaten etwa von dem "größten Betrug". Auch in seiner
zweiten Amtszeit bleibt er damit bei seiner Meinung, die sämtlichen
wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegensteht./rin/DP/mis

© 2000-2026 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2026 Infront Financial Technology GmbH