16.01.2026 17:59:29 - dpa-AFX: ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Weitere Gewinnmitnahmen im Dax nach Rekordjagd

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem starken Jahresstart am deutschen Aktienmarkt
haben sich die Anleger am Freitag weiter zurückgehalten. Der Dax
fiel um 0,22 Prozent auf 25.297,13 Punkte. Seit einer Reihe von Rekorden bis zu
einer Bestmarke von 25.507 Zählern am Dienstag stehen die Zeichen auf
Konsolidierung. Auf Wochensicht ist der deutsche Leitindex kaum vom Fleck
gekommen. Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es 0,14
Prozent tiefer mit 31.899,26 Punkten ins Wochenende.

Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sieht darin lediglich eine
Verschnaufpause: "Nach dem ereignisreichen Jahresbeginn an den
Krisenschauplätzen Venezuela, Grönland und Iran mussten die Kapitalmärkte diese
geopolitischen Entwicklungen erst einmal verdauen." Die USA drohten dem
iranischen Regime wegen der brutalen Niederschlagung der Massenproteste erneut
mit einem militärischen Eingreifen. US-Präsident Trump zieht außerdem Strafzölle
für jene Länder in Erwägung, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland
entgegenstellen.

Aus Sicht von Marktexperte Marcel Mußler konkurriert derzeit der
kurzfristige Abwärtstrend mit dem steilen Rallytrend seit Mitte Dezember. So
trieb zuvor vor allem die Aussicht auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft
die Kurse an. Hinzu kommen der weiter ungebremste Ausbau von KI-Kapazitäten
weltweit sowie die Rüstungsinvestitionen rund um den Globus. Obendrein nehmen
noch Trends wie Robotik und perspektivisch auch die Weltraumwirtschaft Fahrt
auf.

Der EuroStoxx 50 büßte am Freitag 0,19 Prozent auf 6.029,45
Punkte ein. Außerhalb der Euroregion gab der britische FTSE 100
ebenfalls leicht nach, der Schweizer SMI fiel sogar fast ein
halbes Prozent. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial
bewegte sich zum europäischen Handelsschluss kaum. Wegen eines Feiertags am
Montag steht in den USA ein langes Wochenende bevor.

Auf Unternehmensseite stand hierzulande zum Wochenschluss der Stahlhändler
Klöckner & Co im Fokus. Der US-Konzern Worthington Steel
bietet 11 Euro je Aktie für die Düsseldorfer, deren Großaktionär
Friedhelm Loh das Angebot unterstützt. Der KlöCo-Aktienkurs schnellte um 28,2
Prozent auf 11,04 Euro nach oben. Bereits seit dem Bekanntwerden von
Übernahmeverhandlungen Anfang Dezember 2025 war es steil aufwärts gegangen.

Aus Branchensicht schwächelten insbesondere Chemiewerte, nachdem die
Analysten von Barclays und JPMorgan wenig Hoffnung auf eine starke Belebung der
schon lange schwächelnden Branche gemacht hatten. Am Dax-Ende verloren Brenntag
und BASF vier beziehungsweise 3,7 Prozent, im MDax
gerieten Evonik , Wacker Chemie und Lanxess
unter Druck.

Gefragt waren auf der anderen Seite Papiere von Unternehmen, die von der
Energiewende und dem Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren. Die
Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy gewannen vorne
im Dax 6,3 Prozent, für Versorger RWE ging es um 1,5 Prozent nach
oben. Ihm kam auch der Durchbruch beim geplanten Bau neuer Gaskraftwerke in
Deutschland zugute.

Für die Anteilsscheine von K+S ging es dagegen um 4,6 Prozent bergab, womit
die Anleger ihre jüngsten Gewinnmitnahmen beim Kalidünger-Konzern ausweiteten.
Für Belastung sorgte wohl Konkurrent Mosaic . Das US-Unternehmen
berichtete von einer Nachfrageschwäche im vierten Quartal, die deutlicher als
saisonal üblich ausgeprägt gewesen sei.

Die Aktien der Norma Group litten unter einem skeptischen
Analystenkommentar und gaben mit einem Minus von 6,3 Prozent einen Großteil ihre
Jahresgewinne wieder ab. Die Anlagestory des Verbindungstechnik-Herstellers
stehe auf dem Prüfstand, schrieb Pal Skirta vom Bankhaus Metzler in einer
Studie. Er strich seine Kaufempfehlung und stuft die Papiere nun mit "Hold" ein.

Drägerwerk knüpften mit einem Anstieg um 11,7 Prozent an ihren starken
Vortag an, an dem der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik mit
Eckdaten und einem ersten Ausblick für 2026 überzeugt hatte. Am Freitag stufte
Analyst Harald Hof von MWB Research die Aktien bei einem neuen Kursziel von 95
Euro auf "Buy" hoch. Die Prognose des Managements für 2026 deute auf eine
stärkere Margendynamik hin als bisher angenommen, so der Experte./niw/nas

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---
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