26.12.2025 15:25:55 - dpa-AFX: VERMISCHTES/ROUNDUP: Eisbach-Surfer brechen Versuch zur Wellenrettung ab

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Münchner Eisbach-Surfer brechen den offiziellen
Versuch zur Rettung der Welle aus Frust über die Auflagen der Stadt ab. "Die
Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern",
heißt es in einer Mitteilung des Vereins Surf Club München. Darin wird eine
behördliche Auflagenpraxis kritisiert, "die faktisch auf Verhinderung angelegt
ist".

Die Interessengemeinschaft Surfen München (IGSM) schrieb auf Instagram:
"Nachdem wir Anfangs noch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung betont
haben, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet." Weiter heißt es dort: "Die
gestellten Forderungen für die Genehmigung werden immer abstruser und sind nicht
mehr zu erfüllen." Eine Stellungnahme der Stadt dazu gab es zunächst nicht.

Die Surfer sprechen von "administrativer Blockade" und unerfüllbaren
Auflagen: "Ein zeitlich begrenzter, wissenschaftlich begleiteter Versuch wird
mit Anforderungen überzogen, die selbst für dauerhafte Großinfrastrukturprojekte
ungewöhnlich wären." Die Antragsteller des Versuchs brechen das Verfahren
deshalb ab, wie es in der Mitteilung heißt.

Sie kritisieren: "Sicherheit wird von den Behörden nicht als gestaltbare
Aufgabe verstanden, sondern als pauschales Totschlagargument, um jede Form von
regulierter Nutzung auszuschließen."

Welle seit Oktober verschwunden

Im Oktober war nach Angaben des städtischen Baureferats unter anderem das
Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden. Seitdem ist die Welle
verschwunden, sie baute sich nicht mehr wie gewohnt auf. Warum das so ist, ist
nicht ganz klar.

Seither wird diskutiert, wie die berühmte Surfwelle am Eisbach im Englischen Garten in München wiederbelebt werden kann. Unbekannten war das gerade erst
wieder gelungen.

An Weihnachten wurde auf der Welle gesurft, nachdem Unbekannte dort eine
Vorrichtung eingebaut und ein Plakat aufgehängt hatten mit der Aufschrift "Just
watch - Merry X-Mas" Es ist nicht das erste Mal, dass die Welle in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion wiederbelebt wird. Dauerhaft waren die Konstruktionen
aber bislang nicht.

Nach einem Vorversuch hatte ein Strömungsexperte den Einbau einer
dreiteiligen Rampe empfohlen. Dann könne sich stromabwärts eine langsam
rotierende Walze bilden, in der sich Kies ablagern kann. Der nötige Antrag für
die dreiteilige Rampe wurde gestellt, der Hauptversuch sollte "so bald wie
möglich starten".

Debatte "wird jetzt politisch"

Die Surfer sehen aber in den aus ihrer Sicht nicht erfüllbaren Auflagen für
den offiziellen Rettungsversuch der Welle Ausdruck eines politischen Willens:
"Die Verwaltung entscheidet hier nicht über ein konkretes Projekt, sondern über
die Frage, wie viel Stadtleben noch gewollt ist", schreiben sie. "Formal wird
eine Genehmigung nicht ausgeschlossen. Faktisch wird sie unmöglich gemacht."

Das sei "politisch bequem, aber demokratisch problematisch", kritisieren die Surfer in ihrer Mitteilung und betonen: "Die Debatte ist damit nicht beendet.
Sie wird jetzt politisch."/bsj/DP/he

© 2000-2026 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2026 Infront Financial Technology GmbH