26.12.2025 15:25:13 - dpa-AFX: VERMISCHTES: Sternenhimmel an Silvester - der Extra-Blick lohnt sich

BERLIN (dpa-AFX) - Wohl in keiner anderen Nacht des Jahres verlassen um
Mitternacht so viele Menschen ihre Häuser. Sie sollten es nicht versäumen, bei
gutem Wetter noch ein wenig in den Himmel zu schauen, wenn alle Böller und
Raketen gezündet sind und sich die Rauchschwaden verzogen haben. Denn in der
Mitte der Nacht präsentiert sich der Winterhimmel in voller Pracht.

Den gesamten südlichen Teil des Firmaments bis hinauf zum Zenit - also dem
Punkt genau über unserem Kopf - nehmen die Sternbilder des Wintersechsecks ein.
Es besteht aus den hellen Sternen Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel
im Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon im Kleinen Hund und schließlich Pollux
in den Zwillingen. In der diesjährigen Silvesternacht bereichern zudem der fast
volle Mond im Stier und der hell strahlende Planet Jupiter in den Zwillingen das
Wintersechseck.

Rechts vom Mond sieht man eine kleine Ansammlung von Sternen, das
Siebengestirn der Plejaden. Dieser 444 Lichtjahre entfernte Sternhaufen enthält
viele Hundert Sterne, von denen - je nach Sichtbedingungen - aber nur sechs bis
neun hell genug sind, um mit bloßen Augen erkennbar zu sein. Es lohnt sich
deshalb, den Sternhaufen mit einem lichtstarken Fernglas anzuschauen.

Das faszinierende Sternbild Orion

Besonders schön anzusehen ist das im Süden stehende Sternbild Orion. Vier
helle Sterne bilden die Schultern und die Knie des Jägers aus der griechischen
Mythologie, drei in einer Reihe liegende Sterne seinen Gürtel, an dem - eine
weitere Reihe leuchtschwächerer Sterne - sein Schwert hängt. In der Mitte des
Schwertes kann man im Fernglas ein verschwommenes Fleckchen ausmachen. Das ist
der Große Orionnebel, eine 25 Lichtjahre große Gaswolke in etwa 1.300
Lichtjahren Entfernung.

Hat man das Fernglas einmal zu Hand, lohnt es sich, über die Zwillinge
weiter nach links in das Sternbild Krebs zu schwenken. Dort kann man einen
weiteren Sternhaufen aufspüren, die Krippe, lateinisch Praesepe. Der Name leitet
sich nicht, wie oft angenommen, von der Weihnachtsgeschichte ab, sondern aus der
griechischen Mythologie: Es handelt sich um die Futterkrippe zweier Esel, die
den Gott Dionysos über einen Fluss trugen.

Schimmerndes Band unserer Galaxie

Verbringt man die Silvesternacht nicht in einer hell erleuchteten Stadt,
sondern in einer dunklen Region, kann man von Südosten her aufsteigend das
schimmernde Band der Milchstraße erkennen, das sich durch Zwillinge und Fuhrmann
hindurchzieht und dann weiter durch die Sternbilder Perseus und Kassiopeia nach
Nordwesten führt.

Auch hier lohnt sich ein Blick mit dem Fernglas. Er zeigt uns eine Vielzahl
schwacher Sterne, die das schimmernde Band erzeugen: Unsere Milchstraße ist ein
gigantisches, scheibenförmiges System aus mehreren Hundert Milliarden Sternen.
Weil wir uns mit unserem Sonnensystem im Inneren dieser Scheibe befinden, sehen
wir sie als leuchtendes Band, das sich über den Himmel erstreckt./fm/DP/he

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