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22.03.2019 14:42:55 - dpa-AFX: Aktien Frankfurt: Schlechte Industrie-Stimmung überträgt sich auf den Dax

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine deutlich eingetrübte Stimmung in der deutschen
Industrie hat den Dax vor dem Wochenende ins Minus befördert. Am
Freitagnachmittag stand der Leitindex 0,64 Prozent tiefer bei 11 476,22 Punkten.
Nach der Erholung der vergangenen Monate bremsten die Wachstumsunsicherheiten
den Risikoappetit an den Finanzmärkten, schrieben die Experten der Helaba.

Ausgehend von seinem noch vor drei Tagen erreichten Hoch seit Oktober 2018
bei 11 823 Punkten hat der Dax nun schon fast 3 Prozent eingebüßt. Auch auf
Wochensicht zeichnet sich ein Minus ab mit derzeit 1,8 Prozent.

In Deutschland war der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im März auf
den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. Die Unsicherheit
hinsichtlich des Brexits und der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China,
die Schwäche der Autoindustrie und die generell nachlassende weltweite Nachfrage
hätten in erheblichem Ausmaß belastet, sagte Experte Phil Smith vom
Forschungsinstitut Markit.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax sank zuletzt um 0,78
Prozent auf 24 925,99 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor gut 1
Prozent.

An der Dax-Spitze gewannen die weiterhin stark schwankenden Aktien des
Zahlungsabwicklers Wirecard 2,7 Prozent. RWE
-Aktien profitierten von einem positiven Analystenkommentar der
Großbank Goldman Sachs und legten um 2,3 Prozent zu. Die Papiere des
Sportartikelherstellers Adidas verteuerten sich nach Zahlen des
US-Konkurrenten Nike um 1,2 Prozent. Nike hat angetrieben von
starken Online-Verkäufen ein weiteres Quartal mit glänzenden Ergebnissen hinter
sich. In New York standen Nike am Freitag dennoch klar im Minus, von Händlern
begründet mit einem enttäuschenden Wachstum in Nordamerika.

Schlusslicht im Dax mit minus 2,6 Prozent waren die Anteile des
Medizinkonzerns Fresenius SE . Sie waren zuletzt mehrmals an der
50-Euro-Marke gescheitert. Nun droht der Rutsch unter das Zwischentief vor zwei
Wochen bei 46,80 Euro.

Stahlwerte wie Thyssenkrupp , Salzgitter und
Klöckner & Co büßten in dem schwachen Umfeld für die
Rohstoffbranche ebenfalls deutlich an Wert ein mit Abschlägen von teils mehr als
4 Prozent. Einem Händler zufolge schlagen in der Branche die wieder
aufgeflammten Konjunktursorgen negativ durch.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,03 Prozent am Vortag auf
minus 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf
142,78 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,52 Prozent auf 165,48
Punkte.

Der Eurokurs ging belastet von den sehr schwachen
Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone auf Talfahrt. Im
Nachmittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1303 US-Dollar. Die
Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am
Donnerstagnachmittag auf 1,1387 Dollar festgesetzt./ajx/mis

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---
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